Vor der Schöpfung der Welt wusste Gott bereits, was sich auf Erden ereignen würde – er schuf sie trotzdem. Er schuf uns Menschen mit dem Wissen, dass es den Tod seines geliebten Sohnes bedeuten würde. Gottes Plan mit uns entfaltet sich in der Bibel Stück für Stück. Möchtest du mit mir ins Staunen kommen?
„Plan : B − Der etwas andere Bibelleseplan“ ist die Grundlage für mein Andachtsbuch. 252 Andachten begleiten dich durch die ganze Bibel. Sie sind für dich geschrieben, egal ob du am Anfang des Glaubens stehst oder schon lange dabei bist, ob es dir schwer oder leicht fällt, die Bibel zu lesen.
Henrik Mohn –
Mit „Der Plan von Anfang an“ legt Anne-Katrin Hach ein Andachtsbuch vor, das nicht nur einzelne Bibelverse betrachten, sondern den Leser durch die große Geschichte der Bibel führen will. Grundlage ist der Bibelleseplan „Plan:B – Der etwas andere Bibelleseplan“. Insgesamt 252 Andachten begleiten die fortlaufende Bibellektüre und wollen zeigen, wie sich Gottes Plan von der Schöpfung an durch die gesamte Heilsgeschichte zieht.
Bereits die Gestaltung macht deutlich, dass hier kein klassischer Bibelkommentar vorliegt. Die einzelnen Andachten sind übersichtlich, persönlich und bewusst leicht zugänglich geschrieben. Handschriftliche Überschriften, hervorgehobene Kernsätze und kleine grafische Elemente lockern die Seiten auf. Der Leser bekommt keinen langen theologischen Traktat, sondern einen kurzen Impuls, der unmittelbar aus der täglichen Bibellese heraus zum Nachdenken und zur persönlichen Anwendung führen soll.
Besonders gelungen ist der Ansatz, die Bibel nicht als Sammlung voneinander unabhängiger Geschichten zu lesen. Schon die erste Andacht „Der Plan von Anfang an“ setzt bei der Schöpfung an und führt unmittelbar zur Frage nach Sünde, Erlösung und Jesus Christus. Hach schreibt ausdrücklich, dass Christus „schon vor der Schöpfung“ bereit war, die Sünde zu tragen. Damit wird von Beginn an eine heilsgeschichtliche Linie eröffnet: Gottes Handeln beginnt nicht erst im Neuen Testament, sondern die gesamte Schrift steht unter seinem souveränen Plan.
Auch die folgenden Andachten zeigen diese christologische Ausrichtung. Bei Adam und Eva wird die Frage „Hat Gott wirklich gesagt?“ aufgenommen und auf die bleibende Zuverlässigkeit des Wortes Gottes bezogen. Die Geschichte Noahs führt zum Vertrauen auf Gott in den Stürmen des Lebens. Beim Regenbogen wird die Bundesgeschichte mit Christus verbunden. Dadurch versucht die Autorin immer wieder, vom konkreten alttestamentlichen Text aus den Blick auf das Evangelium und auf das persönliche Glaubensleben zu richten.
Aus konservativ-evangelikaler Sicht ist dabei einiges positiv hervorzuheben. Die Bibel wird als autoritatives Wort Gottes behandelt. Sünde erscheint nicht lediglich als menschliche Schwäche, sondern als grundlegendes Problem des Menschen. Die Notwendigkeit der Erlösung durch Christus wird deutlich ausgesprochen. Ebenso finden sich Aussagen über Gottes Gericht, den Tod als Folge der Sünde, die Wiedergeburt und das Wirken des Heiligen Geistes. Das Buch möchte den Leser nicht nur informieren, sondern ihn dazu bringen, tatsächlich die Bibel aufzuschlagen.
Gerade dieser letzte Punkt ist eine Stärke. Hach schreibt sinngemäß: Wenn man zu Beginn des Glaubens etwas nicht versteht, soll man sich davon nicht entmutigen lassen, sondern weiterlesen und Gott um geöffnete Augen bitten. Das Andachtsbuch versteht sich damit nicht als Ersatz für die Bibel. Es will zur Bibel hinführen. Das ist bei einem Andachtsbuch ein wichtiges Qualitätsmerkmal.
Exegetisch sollte man allerdings unterscheiden. Die Texte sind Andachten und keine detaillierten Auslegungen. Manche Verbindung zwischen einem alttestamentlichen Ereignis und einer neutestamentlichen Wahrheit ist stärker homiletisch beziehungsweise typologisch als unmittelbar aus dem jeweiligen Text entwickelt. Beispielsweise wird beim Regenbogen eine Linie zu Christus gezogen, die geistlich nachvollziehbar ist, aber nicht mit der eigentlichen Aussageabsicht von 1. Mose 9 verwechselt werden sollte. Dort steht zunächst Gottes Bund mit Noah und der Schöpfung im Zentrum. Wer das Buch benutzt, sollte deshalb die Andachten stets zusammen mit dem jeweiligen biblischen Kontext lesen.
Auch die Formulierung „Gott hat einen Plan mit dir“ braucht theologische Präzision. Biblisch richtig verstanden bedeutet sie nicht, dass Gott jedem Christen ein angenehmes, erfolgreiches oder individuell entschlüsselbares Lebensprogramm verspricht. Gottes souveräner Ratschluss kann ebenso Leiden, Bewährung und Wege einschließen, deren Sinn dem Gläubigen verborgen bleibt. Entscheidend ist deshalb, solche Aussagen von Gottes offenbartem Heilsplan in Christus her zu verstehen und nicht im Sinne moderner Selbstverwirklichung. Die vorliegenden Seiten sprechen insgesamt eher für die erste Lesart.
Das Buch eignet sich damit besonders für Christen, die eine Struktur für ihre tägliche Bibellese suchen, für junge Gläubige und für Leser, denen eine fortlaufende Bibellese bislang schwerfällt. Für ein vertieftes exegetisches Studium ersetzt es selbstverständlich weder einen guten Kommentar noch die sorgfältige Arbeit am Bibeltext. Als Begleiter zur Bibellese erfüllt es jedoch eine andere und durchaus sinnvolle Funktion.
„Der Plan von Anfang an“ ist ein zugängliches, ansprechend gestaltetes Andachtsbuch mit einer klaren Ausrichtung auf Bibellese, Christus und persönliches Glaubensleben. Seine besondere Stärke liegt darin, dass die 252 Andachten nicht die Bibel ersetzen, sondern zum Weiterlesen in der Bibel motivieren. Die heilsgeschichtlichen und typologischen Verbindungen sollten dabei jeweils am konkreten Bibeltext geprüft werden. Wer diese Unterscheidung beachtet, erhält einen brauchbaren Begleiter für eine regelmäßige Reise durch die ganze Schrift.
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